Das Gebet: Eine Verbindung zu Allah
Das Gebet, auf Arabisch Salat, ist eine der fünf Säulen des Islam und bildet das Fundament für das Leben eines Muslims. Es ist eine der wichtigsten gottesdienstlichen Handlungen, die uns ermöglicht, uns bewusst mit unserem Schöpfer, Allah swt., zu verbinden.
Das Gebet zu erlernen und zu praktizieren ist für jeden Muslim und jede Muslima von zentraler Bedeutung. Es dient nicht nur als tägliche Erinnerung an unseren Glauben, sondern ist auch eine Quelle der Ruhe, Stärke und des Trostes. Durch das Gebet reinigen wir unsere Seele, stärken unseren Iman (Glauben) und finden Orientierung in allen Lebenslagen.
Wir glauben, dass das Gebet eine tiefe und persönliche Reise ist. Unser Ziel ist es, dich auf diesem Weg zu begleiten und dir die Werkzeuge an die Hand zu geben, um diese wunderschöne Säule des Islam mit Leichtigkeit und Freude zu erlernen.
Die täglichen Gebete: Eine feste Struktur im Leben
Die islamische Religion schreibt fünf tägliche Gebete vor, die zu bestimmten Zeiten verrichtet werden müssen. Diese sind:
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Fadschr (Morgendämmerung)
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Dhuhur (Mittag)
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Asr (Nachmittag)
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Maghrib (Sonnenuntergang)
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Ischa (Nacht)
Die genauen Zeiten variieren je nach geografischer Lage und Jahreszeit. Wir empfehlen die Nutzung eines Gebetskalenders oder einer App, um die präzisen Zeiten für deinen Standort zu ermitteln.
Die Regeln des Gebets: Voraussetzungen und Ausnahmen
Bevor man das Gebet verrichtet, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, wie zum Beispiel die rituelle Reinheit (Wudu).
Es gibt jedoch auch Situationen, in denen eine Abweichung von den gewohnten Regeln erlaubt ist, um Gläubige nicht zu überfordern. Der Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit. Ausnahmen können gemacht werden bei:
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Krankheit oder körperlicher Schwäche: Wenn es dir unmöglich ist, das Gebet in gewohnter Form (z.B. stehend) zu verrichten, darfst du es sitzend oder liegend beten.
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Reise: Auf Reisen ist es erlaubt, die Gebete zusammenzulegen (zum Beispiel Dhuhur und Asr) oder zu verkürzen, um die Reise zu erleichtern.
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Menstruation oder postnatale Blutung: Frauen sind in dieser Zeit vom Gebet befreit und müssen es nicht nachholen.
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Vergessen oder Verschlafen: Hat man ein Gebet unwissentlich versäumt, soll es nachgeholt werden, sobald man sich daran erinnert.
Gebet lernen
Für Anfänger: Falls ihr noch keine Erfahrung mit dem Gebet habt, noch nie gebetet habt oder keine Suren, Verse oder Duʿā kennt, dann sprecht einfach mit Allah (swt.) mit dem, was euch auf dem Herzen liegt. Dankt Ihm für all die schönen Dinge in eurer Umgebung und in eurem Leben, für Seine Schöpfung, eure Familie, eure Gesundheit und alles Gute, das Er euch gegeben hat. Ehrt Ihn, bittet Ihn um Vergebung und um Rechtleitung.
Allah versteht jede Sprache und kennt eure Absichten. Ihr müsst also keine perfekten Worte kennen, um zu Ihm zu sprechen. Wichtig ist eure Aufrichtigkeit und dass ihr euch Ihm mit einem ehrlichen Herzen zuwendet.
Trotzdem sollte euer Ziel sein, das Gebet (Ṣalāh) Schritt für Schritt zu lernen. Versucht nach und nach kurze Suren auswendig zu lernen, die Bewegungen des Gebets zu verstehen und regelmäßig zu beten. Nehmt euch kleine Schritte vor, bleibt geduldig mit euch selbst und gebt nicht auf.
Es ist auch hilfreich, sich Wissen anzueignen: Lernt, wie man die Gebetswaschung (Wuḍūʾ) richtig macht, informiert euch über die Gebetszeiten und sucht euch, wenn möglich, Menschen oder eine Gemeinschaft, die euch beim Lernen unterstützen können.
Denkt daran: Jeder fängt einmal klein an. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen und eine Verbindung zu Allah aufzubauen. Möge Allah euch das Lernen erleichtern, eure Bemühungen annehmen und euch auf dem geraden Weg festigen. 🤲
Wenn man die Al-Fātiḥa noch nicht auswendig kann (z. B. als Anfänger im Islam), gibt es einige erlaubte Dinge, die man stattdessen im Gebet sagen kann, bis man sie gelernt hat.
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Subḥānallāh – Gepriesen sei Allah
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Alḥamdulillāh – Alles Lob gebührt Allah
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Allāhu akbar – Allah ist der Größte
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Lā ilāha illā Allāh – Es gibt keinen Gott außer Allah
- Geistig gesund sein
- Rituelle Reinheit: Wudu oder ghusl
- Sauberen Gebetsplatz und angemessene Kleidung
- In der vorgeschriebenen Zeit beten
- Sich zur Gebetsrichtung (Qibla: Richtung zur Kaaba) wenden
- Die richtige Absicht (Niyya) haben
Folgende Gebetseinheiten (Rakaʿāt) werden bei den jeweiligen Gebeten durchgeführt:
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Fadschr (Morgendämmerung): 2 Einheiten
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Dhuhur (Mittag): 4 Einheiten
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Asr (Nachmittag) 4 Einheiten
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Maghrib (Sonnenuntergang) 3 Einheiten
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Ischa (Nacht) 4 Einheiten
Wenn man sich beispielsweise auf Reisen befindet oder aus einem wichtigen Grund verhindert ist, kann man zur Erleichterung bestimmte Gebete zusammenlegen. Dabei können zum Beispiel das Dhuhur- und Asr-Gebet oder das Maghrib- und Ischa-Gebet miteinander kombiniert werden.
Befindet man sich auf einer Reise, dürfen die Gebete mit vier Rakʿāt zudem verkürzt werden. Das betrifft das Dhuhur-, Asr- und Ischa-Gebet, die dann jeweils nur noch 2 Rakʿāt gebetet werden.
Legt man beispielsweise Dhuhur und Asr zusammen, betet man zunächst ganz normal die 2 Rakʿāt des Dhuhur-Gebets und anschließend direkt die 2 Rakʿāt des Asr-Gebets.
Das Fadschr-Gebet und das Maghrib-Gebet können nicht verkürzt werden. Außerdem wird Fadschr nicht mit einem anderen Gebet zusammengelegt. Maghrib bleibt ebenfalls bei 3 Rakʿāt, kann jedoch auf Reisen mit dem Ischa-Gebet zusammengelegt werden.